Eine Unternehmensnachfolge ist keine Kleinigkeit. Die vielen und sehr unterschiedlichen
Detailfragen müssen Sie mit Hilfe der jeweils fachlich zuständigen
Experten beantworten - nicht nur in Ihrem Interesse, sondern auch im Interesse
Ihrer zukünftigen Mitarbeiter, für deren Arbeitsplatzsicherung
Sie als Nachfolger eine grosse Verantwortung tragen.
Zu den häufigen Fehlern, die letztlich zum Scheitern einer Unter-
nehmensübernahme
führen können, zählen überhöhte Kaufpreis- zahlungen,
Finanzierungsfehler, steuerliche Fehlentscheidungen, eine falsche Beurteilung
rechtlicher Fragen und die Unterschätzung der psychologischen Komponente.
Auch die vom Baseler Ausschuss veröffentlichten Eigenkapitalanforderungen
(Basel II) für die Kredit- wirtschaft, die ab 2004 in Kraft treten,
sollten im Hinblick auf die Bonität des zu kaufenden Unternehmens
entsprechend Berücksichtigung bei den Kaufverhandlungen finden.
Achten Sie darauf, dass Sie vor allem folgende Punkte besonders sorgfältig
bearbeiten:
1. Die Gestaltung des Übernahmevertrages
(Kauf-, Pacht-, Schenkungs- vertrag).
2. Ihre Verpflichtung zur Übernahme aller Rechte und Pflichten aus
bestehenden Arbeitsverhältnissen.
3. Ihre Verpflichtung zur Übernahme der Haftung für (Alt-)
Verbindlich- keiten.
4. Ihre Verpflichtung zur Übernahme der Haftung für betriebsbedingte
Steuern.
5. Ihre Verpflichtung zur Übernahme für Garantie- und Gewähr-
leistungen.
6. Die Berechnung eines realistischen Unternehmenswertes.
Beratung
für Kernthemen
Für die meisten Themen stehen Ihnen mehrere Berater bzw.
Institutionen zur Verfügung. Sie müssen daher bei Ihrer Recherche
sehr sorgfältig
vorgehen, um nicht den Überblick zu verlieren. Notieren Sie, von
wem Sie welche Informationen erhalten haben. Beziehen Sie frühzeitig
persönliche Berater mit ein, die mit Ihnen gemeinsam die recherchierten
Ergebnisse bewerten und Ihnen auch nach der Unter- nehmensübertragung
zur Verfügung stehen werden. Dazu gehören:
1. Rechtsanwalt
2. Notar
3. Steuerberater
4. Wirtschaftsprüfer
5. Unternehmensberater/Seniorberater
6. Kreditberater der Bank
7. Fachverbände, Kammern, Beratungsnetzwerke
Die psychologische Komponente
Die
psychologische Komponente ist eine der häufigsten Ursachen für
das Scheitern von Unternehmensübergaben. Dies trifft besonders auf
eine Nachfolgeregelung innerhalb der Familie zu. Die Konflikte zwischen
Unternehmer und Nachfolger werden bei weitem unterschätzt.
Häufig kann der Senior sein "Lebenswerk" nicht loslassen.
Er kann sich nicht vorstellen, dass es auch ohne sein Wissen und seine
Erfahrung weitergeht, vielleicht sogar besser. Womöglich ändert
der Nachfolger vieles von dem, wofür der Senior noch gekämpft
hat und was bisher gut und richtig war. Oder der Junior führt Neuerungen
ein, von denen der Senior noch nie etwas gehalten hat. Inhabern, die ihr
Unternehmen als Produkt ihres Erfolges und als Teil ihres Selbst ansehen,
fällt das "Loslassen" besonders schwer. Sie haben dem Unternehmen
ihren persönlichen Stempel aufgedrückt. Diese Unternehmen sind
von der Persönlichkeit und den Vorstellungen ihrer Gründer geprägt.
Jede noch so kleine Neuerung kann in der Folge zum Problem werden. Aus
alldem ergibt sich eine vielleicht unbewusste mangelnde innere Bereitschaft
des Seniors, sich vom Unternehmen zu lösen. Und darüber hinaus
muss sich auch die Belegschaft erst an "den Neuen" und die anstehenden
Veränderungen gewöhnen.
Der Nachfolger dagegen ist an einer
Weiterentwicklung des Unter- nehmens interessiert. Er möchte eigenverantwortlich
handeln, selbständige
Entscheidungen treffen und den Betrieb nach seinen Vorstellungen gestalten.
Bei gegenseitigem Unverständnis für die Position des anderen
ist der Konflikt vorprogrammiert: Viele Altinhaber "korrigieren"
die Entscheidungen des Nachfolgers. Es kommt zu Grabenkämpfen.
Das Interesse der Bestandssicherung des Unter- nehmens und die Interessen
der
Belegschaft treten in den Hintergrund. Der Streit trifft nicht nur den
Nachfolger und den Übergeber, sondern zieht alle Beteiligten, Mitarbeiter,
Geschäftspartner und die Familie in Mitleidenschaft.
Bereiten Sie
sich als Nachfolger auf diese Situation vor. Denken Sie daran, dass
es für Ihren Vorgänger nicht leicht ist, plötzlich
ersetzt zu werden. Überprüfen Sie Ihren Führungsstil und
Ihre Fähigkeit, Ent- scheidungen zu treffen und mit Ihren Mitarbeitern
zu kommunizieren.
Formulieren Sie klar und deutlich Ihre Erwartungen.
Was genau haben Sie vor? Und was erwarten Sie von Ihrem Vorgänger? Besprechen Sie dies
mit ihm. Formulieren Sie am besten schriftlich und zusammen mit dem Senior
Ihre Aufgaben und die Verantwortungsbereiche. Stellen Sie klar, dass Sie
eigenverantwortlich und selbständig handeln wollen, dass Sie genügend
Freiheit für die Umsetzung eigener Ideen und den Aufbau eines eigenen
Teams benötigen. Besprechen Sie mit Ihrem Vorgänger, ob Sie
eine Beratung von seiner Seite erwarten und wie Sie sich diese gegebenenfalls
vorstellen.
Starten Sie durch!
Machen
Sie nicht den Fehler, zu glauben, es werde sich alles von selbst ergeben.
Begnügen Sie sich nicht mit vagen Absichtserklärungen
Ihres Vorgängers, sondern machen Sie die Übernahme von einem
konkreten Übergabekonzept abhängig. Beziehen Sie weitere Personen
mit ein. Diese können Sie bei der Realisierung unterstützen
und sogar eine Umsetzung Ihrer Interessen gegenüber dem Senior einfordern.
Machen
Sie sich mit dem Unternehmen, seinen Mitarbeitern und den Besonderheiten
vertraut. Lassen Sie sich bei Führungskräften und Mitarbeitern
vom Senior vorstellen, und suchen Sie das Gespräch mit diesen. Lassen
Sie sich von Anfang an über die Vorgänge im Betrieb informieren.
Nehmen Sie an innerbetrieblichen Besprechungen und an Verhandlungen mit
Geschäftspartnern teil. Nur wer gut informiert ist, kann richtige
Entscheidungen treffen.
Entwickeln Sie zusammen mit den Führungskräften, der Belegschaft
und womöglich mit dem Senior Strategien für die künftige
Unter- nehmensentwicklung. Gemeinsam erarbeitete Neuerungen werden
eher
akzeptiert als Entscheidungen "von oben", die noch dazu "vom
Neuen" kommen. Informieren Sie die Belegschaft über das, was
auf sie zukommt. Nutzen Sie dazu die Möglichkeiten der internen
Kommunikation, und lassen Sie sich gegebenenfalls von Kommuni- kationsberatern
helfen.
Übernehmen Sie zunächst die Traditionen des Unternehmens. Führen
Sie Veränderungen behutsam ein, und versuchen Sie, diese in die
Unternehmenstradition einzubinden
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Altersvorsorge
Informieren Sie sich hier über die ver- schiedenen Varianten der Altersvorsorge
durch den Verkauf Ihres Unternehmens!
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NEUFÖG
Das NEUFÖG bietet auch Betriebsnach- folgern finanzielle Einsparungen in
der Startphase. > weiter

Konfliktmanagement
Eine Konfrontation muss nicht zwangs- läufig negative Folgen haben, wenn
sich
alle Gesprächspartner an gewisse Spielregeln halten. > weiter
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