Der Wert des Unternehmens >1
Nicht nur betriebliche Werte zählen >1
Methoden der Unternehmensbewertung >1
Welche Bewertungsmethode ist die Richtige? >1
Ertragswertmethode >1
Substanzwertmethode >2
Kombination von Ertrags- und Substanzverfahren
>2
Bei der Betriebsnachfolge ist die Unternehmensbewertung und der damit
verbundene Kaufpreis ein wesentlicher Faktor, der sowohl für Betriebsübernehmer
als auch für Betriebsübergeber von grosser Be- deutung ist.
Das Kaufpreisangebot sollte daher in jedem Fall von externen Gutachtern
(Wirtschaftsprüfer,
Unternehmensberater, Wirt- schaftskammer) bewertet werden. Durch
die Individualität
jeder einzelnen Betriebsübernahme ist es unerlässlich einen
externen Berater zur Bewertung hinzuzuziehen.
Der Wert des Unternehmens
Im Wert des Unternehmens und damit
letztendlich in der Höhe des
Kaufpreises liegt häufig ein Grund für Differenzen zwischen
dem Altinhaber und dem Unternehmensnachfolger. Der Nachfolger möchte
natürlich einen möglichst geringen Kaufpreis zahlen. Der Unternehmer
dagegen überschätzt häufig den Wert seines Unternehmens.
Das ist nachvollziehbar und verständlich, da er in das Unternehmen
viele Jahre der Mühe und Arbeit eingebracht hat.
Allerdings führt die Wertüberschätzung zu einer doppelten
Gefahr für das Unternehmen. Zum einen wird es schwierig sein, einen
Nachfolger zu finden, der bereit und in der Lage ist, den hohen Kaufpreis
zu zahlen. Zum anderen besteht die Gefahr, dass sich der Nachfolger bei
einem überhöhten Kaufpreis und den damit verbundenen Finanzierungskosten
wirtschaftlich übernimmt bzw. die Kapitaldienstfähigkeit
des Unter- nehmens überschritten wird. Eine bedeutende Anzahl
an Unter- nehmenskonkursen ist auf eine überhöhte Bewertung
zurückzuführen.
Nicht nur betriebliche Werte zählen
In die Verkaufsverhandlungen
fliessen neben den objektiven Kriterien
auch die subjektiven Wertvorstellungen der Vertragsparteien mit ein.
Bei der Kaufpreisermittlung spielen somit nicht nur der Unter- nehmenswert
bzw.
die betrieblichen Faktoren eine wichtige Rolle, sondern auch außerbetriebliche
Faktoren wie
1. Alter des Veräusserers und des Erwerbers,
2. finanzielle Lage des Veräusserers und des Erwerbers,
3. Risikobereitschaft des Erwerbers und
4. alternative Angebote.
Methoden der Unternehmensbewertung
Es gibt kein allgemein verbindliches
Verfahren. Die Rechtsprechung wendet beispielsweise die Ertragswertmethode
an, wenn ausscheidende Gesellschafter
abgefunden werden müssen. Familiengerichte berechnen wiederum für
Zugewinnansprüche den Unternehmenswert aus der Hälfte von Substanz-
und Ertragswert. für die Unternehmensbewertung existieren also eine
Vielzahl von Methoden, die zu unterschiedlichen Werten für das Unternehmen
führen.
Welche Bewertungsmethode ist die Richtige?
Welche Bewertungsmethode letztlich im konkreten Fall angewandt
wird, entscheidet die Branche, der Markt, also Angebot und Nachfrage
und die
Banken, die den Unternehmenskauf finanzieren.
Man kann grob zwischen zwei
wesentlichen Methoden (und deren Kombination) unterscheiden:
1. Ertragswertmethode: Die (zukünftigen) Gewinne des Unter- nehmens
Diese
Herangehensweise spielt beim Unternehmenskauf bzw. -verkauf die wichtigste
Rolle. Im Vordergrund steht die zukünftige Ertragskraft
des Unternehmens. Auch für Banken hat dieser Aspekt wesentlich mehr
Bedeutung als die Unternehmenssubstanz: Denn nur eine ent- sprechende "Verzinsung"
des Kaufpreises in Form zukünftiger Unter- nehmensgewinne, bietet
die Sicherheit, dass der Nachfolger das zur Kaufpreisfinanzierung aufgenommene
Darlehen inklusive Zinsen auch zurückzahlen kann.
Zu den Bewertungsmethoden, die sich am (zukünftigen) Ertrag eines
Unternehmens orientieren gehören
1. Das Ertragswertverfahren
2. Das discounted-cash-flow-Verfahren
3. Das Multiplikatorverfahren
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