von Andrea Tratscher
Die abgelaufenen Tage zählen an den internationalen Börsen zu den nervenaufreibendsten der letzten Monate. Die Angst vor der Rezession in den Vereinigten Staaten von Amerika sorgte für Kurseinbrüche in Asien, wodurch die europäischen Börsen noch weiter unter Druck geraten sind. Besonders schlimm hat es den DAX erwischt, weil zudem deutsche Banken ihre Bilanzdaten stark nach unten revidieren mussten. Als Folge gab es am Montag gleich ein dickes Minus von sieben Prozent beim DAX.
Auch an der Wiener Börse gab es starke Kursverluste und obwohl am Dienstag von der amerikanischen Notenbank eine überraschend deutliche Zinssenkung von 0,75 % beschlossen wurde, blieben die AnlegerInnen sehr nervös. Das Problem der aktuellen Börsensituation ist dabei weniger der Kursverlust, als vielmehr das verloren gegangene Vertrauen in die Börse selbst.
Genau dieser Mangel an Vertrauen, der durch starke Verluste entsteht, bringt die Wiener Börse in Schwierigkeiten. Denn in den letzten Jahren waren zahlreiche Initiativen gestartet worden, um die Wiener Börse interessanter zu machen und österreichweit ein größeres Interesse am Aktienhandel zu bewirken.
Mit Roadshows und anderen Aktivitäten wollte die Wiener Börse den Menschen die Vorteile des Aktienkaufes schmackhaft machen und zudem Jungunternehmen dafür gewinnen, an der Börse zu notieren. Denn insgesamt ist die Quote an Aktienbesitz pro Kopf in Österreich weit niedriger als in vielen anderen europäischen Staaten.
Deshalb sind die Verunsicherungen, die dieser Tage an den Börsen herrschen, wenig hilfreich und es bleibt zu hoffen, dass bald Beruhigung einkehrt. Das könnte aber noch eine Weile dauern, weil die Finanzkrise in den USA noch lange nicht abgearbeitet ist und auch nicht klar ist, inwieweit auch deutsche Banken involviert sind. Geht der DAX als europäische Leitbörse weiter stark ins Minus, wird der ATX auch kaum Erholung verspüren können.
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