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ÜBERGABEFAHRPLAN
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von Gottfried Scheilberger

1) Think about it

Als Unternehmer sollte man sich schon früh mit dem Thema Unternehmensübergabe beschäftigen. Denn je früher die Übergabe geplant wird umso reibungsloser geht sie vonstatten. Zur Absicherung Ihres Unternehmens und auch Ihrer Angehörigen sollte für den Unglücksfall ein Unternehmenstestament sowie ein Notfallsplan abge- schlossen werden.

Die Suche nach einem Betriebsnachfolger beginnt in den meisten Fällen innerhalb der Familie. Doch hier ist Vorsicht geboten: Nicht immer sind die Kinder/Nichten oder Neffen daran interessiert, das Unternehmen weiterzuführen. Oft ist von einem solchen Schritt auch abzuraten, da Familienangehörige leicht „betriebsblind“ sein können – falls es zu so einer Situation kommt sollte der Übernehmer auf jeden Fall Berufs- erfahrung aus einem anderen Unternehmer mitbringen! Ein externer Nachfolger stellt eine Art Renaissance und auch einen symbolischen Neustart dar.

In den ersten Überlegungen bezüglich einer Übergabe sind folgende wichtigen Fragen zu klären:
  • Beratung beim Steuerberater/Rechtsanwalt/Notar
  • Überlegungen über den zu verlangenden Verkaufspreis anstellen
  • Beratung bei der WK wo man sein Unternehmen anbieten kann, Nachfolger-Messetermine suchen,...
  • Passende Anzeige auf div. Internet-Nachfolgebörsen aufgeben
  • Vorbereitung eines Kauf-/Pacht-/Mietvertrages für den Übernehmer
  • Präsentationsunterlagen über das Unternehmen herrichten

2) Think positiv

Haben Sie sich bei der Wahl des Betriebsnachfolgers entschieden und rückt der Zeitpunkt der Übergabe näher, so setzen Sie sich bewusst mit dieser Situation auseinander. Vereinbaren Sie recht bald einen Zeitplan über den konkreten Ablauf der Betriebsübergabe und halten Sie sich an die Termine. Unterstützen Sie Ihren Nachfolger bei der Erstellung eines Übernahmekonzeptes mit sämtlichen Informationen die er benötigt. Schrecken Sie sich nicht wenn das Konzept für Sie radikale Änderungen beinhaltet – das muss nicht zwangsläufig schlecht sein. Zwingen Sie Ihrem Nachfolger nicht Ihren Willen auf sondern lassen Sie seine neuen Ideen wachsen. Setzen Sie auch einen fixen Zeitpunkt fest, zu dem Sie sich komplett zurückziehen. Für Fragen oder kleinere Probleme sollten Sie noch zur Verfügung stehen, denn Ihre Erfahrung kann nicht so schnell erworben werden!

Zusammengefasst die wichtigsten Schritte:

  • Auswahl eines vertrauenswürdigen Nachfolgers
  • Vertragsunterzeichnung im Beisein vom Rechtsanwalt/Notar
  • Festsetzung eines Zeitplanes für die Übergabe
  • Unterstützung bei der Erstellung des Übernahmekon- zeptes/Businessplans

3) Just trust

Der letzte Arbeitstag im eigenen Unternehmen ist wohl vom Gefühl her ein wahres Wechselbad. Einerseits freut man sich auf all die Freizeit und Aktivitäten, die man als Selbständiger aus Zeitgründen sich nicht wahr- genommen hat, andererseits blutet das Herz, wenn man sein Lebenswerk einer anderen Person anvertraut. Jetzt müssen Sie sich darauf verlassen dass Sie den richtigen Nachfolger für Ihr Lebenswerk gefunden haben. Vertrauen Sie ihm und ziehen Sie sich wie im Zeitplan vereinbart aus dem Unternehmen zurück. Diese Phase des „Loslassen“ ist eine der schwierigsten – v.a. wenn ein Familienmitglied die Unternehmung weiterführt. Doch gerade in diesem Fall braucht der neue Chef Zeit und darf nicht mit guten Ratschlägen oder „über-die-Schulter-schaun“ bedrängt werden. Nehmen Sie sich ab jetzt wirklich Zeit für Ihre (vernachlässigten) Hobbys und schmieden Sie Pläne – eventuell verreisen Sie eine zeitlang (wann genau war der letzte Urlaub?)

Die wichtigsten Schritte:

  • pünktliche Übergabe des Unternehmens laut Vereinbarung
  • Loslassen“ und den Nachfolger einleben lassen
  • Hobbys wieder aufnehmen und aktiv die Freizeit planen


 

 


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