von Filip DeRoche
Es war nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, als viele Unternehmen erkennen
mussten, dass sich nicht länger alles verkaufen lässt, was
produziert wird. Die Bedürfnisse des Marktes besser einschätzen
zu lernen um dementsprechend zu produzieren, wurde nach und nach immer
wichtiger. Genau zu dieser Zeit nahm die Marktforschung ihren Anfang
und hat bis heute an immenser Bedeutung gewonnen. Es ist heute unvorstellbar
geworden, ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, ohne sich vorher über
den Zielmarkt Klarheit verschafft zu haben. Und genau hier beginnt das
Problem: Woher bekomme ich die Informationen, die ich brauche? Welchen
Informationsquellen kann ich vertrauen? Wie kann ich hohe Kosten vermeiden? – Ein
gewisses Basiswissen im Bereich der Marktforschung ist hilfreich und
notwendig, um diese und ähnliche Fragen zu beantworten.
Marktforschung
ist entgegen der gängigen Meinung nicht nur grossen
Unternehmen vorbehalten, die mit Hilfe professioneller Marktforschungs-
institute um viel Geld exorbitante Studien durchführen. Sie kann
auch im kleinen Rahmen, ohne Institut und vor allem ohne hohen Kosten
betrieben
werden. Die wichtigsten Begriffe zum Thema Marktforschung und die Möglichkeiten,
die sich Jungunternehmern bieten, sich über ihren Zielmarkt zu
informieren, werden im Folgenden erörtert.
Was genau ist Marktforschung?
Die American Marketing Association definiert Marktforschung
wie folgt:
Marktforschung ist die Funktion, die den Konsumenten, Kunden
und die Öffentlichkeit
durch Information mit dem Marketingtätigen verknüpft. Die
Information wird verwendet
- 1. um Marketingmöglichkeiten und Probleme zu identifizieren
und definieren,
- 2. um Marketingaktionen zu begründen, verbessern und beurteilen,
- 3. um die Marketingperformance zu beobachten
- 4. und um das Verständnis des Marketingprozesses zu verbessern.
Marktforschung
- 1.spezifiziert die für diese Aufgaben erforderliche Information,
- 2.bestimmt die Methode der Informationsgewinnung,
- 3.führt die Informationsgewinnung durch
- 4.und kommuniziert die Ergebnisse und Auswirkungen der Infor- mationsgewinnung.
Marktforschung beschäftigt sich also nicht nur mit der Gewinnung
von Informationen, sondern dient auch dazu festzustellen, welche Daten überhaupt
erforderlich sind und wie sich die gewonnenen Informationen auswirken.
Primär- vs. Sekundärforschung
Ist für das anstehende Marktforschungsproblem eigens
neues Daten- material zu beschaffen, handelt es sich um eine Primärerhebung
bzw. Primärforschung.
Die wichtigste Informationsquelle sind hier die Endverbraucher, bei
denen die Daten entweder durch Befragung oder durch Beobachtung erhoben
werden.
In der Sekundärforschung werden hingegen Daten herangezogen, die
schon zu einem früheren Zeitpunkt und für andere oder ähnliche
Zwecke erhoben wurden (z.B. Statistiken über Bevölkerungs-
bewegungen oder Daten der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung). Diese
Daten werden
in Hinblick auf das vorliegende Marktforschungs- problem aufbereitet,
analysiert und interpretiert. Die Vorteile der Sekundärforschung
für junge Unternehmen liegen auf der Hand: Sekundärdaten
sind weitaus billiger und schneller zu beschaffen. Allerdings sind
sie mitunter ungenau und deshalb immer kritisch zu betrachten. Besondere
Vorsicht ist etwa bei Daten geboten, die zur Verkaufsförderung
veröffentlicht werden oder aus anonymen Quellen stammen. Wenn
man aber darauf achtet, dass die Daten sicher mit wissenschaftlicher
Genauigkeit erhoben wurden (Primärquellen sollten immer detailliert
angeben, wie die Daten analysiert und interpretiert wurden!), ist diese
Art der Marktforschung sehr empfehlenswert.
Interne vs. externe Datenquellen
Als interne
Daten bezeichnet man Daten, die im eigenen Unternehmen aufliegen (z.
B. Absatzstatistik, Kunden- oder Aussendienstberichte,
Kostenrechnung, usw.).
Externe Daten werden hingegen von ausserhalb des Unternehmens
bezogen. Zu ausserbetrieblichen Informationsquellen zählen
unter anderem amtliche Statistiken, Statistiken von diversen Verbänden
und Wirtschaftsorganisationen (z. B. Wirtschaftskammer, KSV).
Natürlich kann man sehr viel Geld ausgeben, um Marktforschungs-
institute für neue Studien zu beauftragen bzw. bereits vorhandene
Studien zu kaufen. Um jedoch zu vermeiden, dass Marktforschung schon
am Anfang
zum Kostenfaktor wird, gibt es einige bewährte Adressen, die sehr
gute Statistiken kostenlos zum Download anbieten. (siehe dazu die Links
am Textende).
Um bei diesem vielfältigen Angebot nicht die Übersicht zu
verlieren, gilt als wesentlicher Erfolgsfaktor, sich schon am Anfang
der Recherchen über das Problem an sich und das Ziel der Forschung
im Klaren zu sein. Das ist nicht nur die Basis dafür, jene Antworten
zu finden, die man sucht, sondern dies vor allem effizient zu tun.
Denn schon ein altes Sprichwort besagt: „A problem well defined
is half-solved.“
Quellen:
1.) Böhler, Heymo: Marktforschung, 2. Aufl., Kohlhammer 1992.
2.)
Churchill,
Gilbert A.: Marketing Research: Methodological
Foundations, 7th ed.,
The Dryden Press 1999.
3.) > http://www.wu-wien.ac.at/bib/
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