von Christa Savic
Es ist längst durch Umfragen und wissenschaftliche Untersuchungen
erwiesen, dass das Burn-out-Syndrom auch im Wirtschaftsleben um sich
greift. Bis vor wenigen Jahren war man davon ausgegangen, dass dieses
Stressanzeigen vor allem in sozialen und medizinischen Berufen anzutreffen
sei. In der Zwischenzeit weiss man, dass auch Manager, Führungskräfte
und Einzelunternehmer unter dem Burn-out-Syndrom leiden. Hauptursache
ist eine deutliche Überbelastung beim täglichen Arbeitspensum.
Die
Kalender sind gespickt voll, flexible Arbeitszeit ist nicht mehr möglich, man hetzt nur mehr von einem Ort zum nächsten und
läuft dabei auch noch Gefahr, vor lauter Hetzerei wichtige Tätigkeiten
und Erledigungen zu vergessen.
Es spielt dabei - und das ist ein erstaunliches
Ergebnis neuester Studien - keine Rolle, ob es sich dabei um einen
Topmanager in einem
1000-Menschen-Betrieb handelt oder um einen Einzelhändler. Die
Situation ist sehr ähnlich: zwischen 10 und 14 Stunden wird täglich
gearbeitet, dazwischen verzichtet man des öfteren auf eine gesunde
Mahlzeit, weil einfach die Zeit nicht reicht. Am Ende des Tages kommt
man völlig fertig und ausgebrannt nach Hause und ist unansprechbar.
Schlimmer noch, oft hat man den ganzen Tag nichts erreicht, obwohl
gerade DER Tag wichtige Entscheidungen und damit Erleichterungen für
die nächsten Wochen bringen sollte. Also hetzt man am nächsten
Tag frisch und munter weiter drauf los und vergisst sich selbst dabei.
Besonders
gefährlich wird die persönliche Situation dann,
wenn man sich noch Arbeit mit nach Hause nimmt. Zehn Stunden schon
managte man fleissig im Büro und nun, zu Hause angelangt, sitzt
man hinterm PC und tippt weiter vor sich hin. Natürlich nur mehr
eine halbe Stunde - versteht sich - oder doch nicht? Stunden vergehen,
bis der Arbeitstag dann wirklich beendet wird. Die Familie kommt zu
kurz, Freunde kennt man nur mehr vom Hörensagen und Entspannen
ist zum Fremdwort geworden.
Doch das muss nicht sein! Denn oftmals verrennt
man sich in eine Sache, steigert sich so in die Materie hinein, dass
man selbst nicht mehr
erkennt, dass man sich im Kreis bewegt und nicht weiterkommt. Theoretisch
denken wir immer, dass wir durch die vielen Pausen, die die Gewerkschaften
vorschreiben (bei PC-Arbeit alle 50 Minuten 10 Minuten Pause) unsinnig
viel Zeit vergeuden. Doch das Gegenteil ist der Fall: wie im obigen
Beispiel des Webdesigners sind wir alle, ob nun Angestellte oder Selbständige
im erholten Zustand ungleich produktiver und damit auch effektiver
- Fazit: erfolgreicher und schneller und damit auch im wirtschaftlichen
Sinne konkurrenzfähiger.
Dass diese Überlegung nicht falsch sein kann, zeigen die vielen
Fachbücher zu diesem Thema ebenso wie die unzähligen psychologischen
Erkenntnisse der Marktforschung bzw. viele Vorträge von Wirtschaftspsychologen.
Als eines von vielen Beispielen sei das Buch von Lothar J. Seiwert
hervorgehoben. „Wenn du es eilig hast, gehe langsam. Das neue
Zeitmanagement in einer beschleunigten Welt.“ Der Titel ist nicht
zufällig provokant gewählt. Seiwert geht in dem Buch auf
das Problem ein, dass wir viel zu viel herumhetzen statt uns strategisch
auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ausgebrannte Manager können
noch so "top" sein, sie bringen dem Unternehmen nicht den
Wettbewerbsvorteil, den sich die Firma von ihm erwartet.
Und: wie wichtig
das Burn-out-Thema bereits geworden ist, zeigt die Tatsache, dass viele
Unternehmen ihr Top-Personal lieber auf eine Wellness-Farm
schicken, als auf eine Seminarwoche.
Tipps zum Burnout-Syndrom
Vergessen Sie nie: Ein Burnout kann jeden treffen!!! Vor allem
aber Menschen, die besonders ehrgeizig sind und grosse Verant-
wortung tragen – Manager
eben. Eingestehen will sich das Burnout-Syndrom kaum einer.
Angenommen, Sie gehören zu jener Gruppe von Menschen, die derzeit
eine Phase durchleben, dass Sie bei jeder Kleinigkeit ausrasten – dann
sollten Sie dringend etwas tun.
Damit das Burnout-Syndrom gar nicht erst zuschlagen kann, sollten
Sie folgende Tipps von Beatrice Seum beachten:
- Ziehen Sie die Notbremse. Trauen Sie sich, auch mal "Nein" zu
sagen und nicht: "Das schaffe ich schon."
- Erarbeiten Sie im Team Möglichkeiten, welche Aufgaben delegiert
werden können.
- Gönnen Sie sich ein Wohlfühl-Programm am Morgen. Seum: "Durch
Joggen oder Yoga-Übungen kann man ganz bewusst gegensteuern."
- Erstellen Sie eine "Inventarliste": Was gebe ich? Was brauche
ich von meinem Umfeld, um meinen Motor zu ölen?
Der simpelste Tipp aber lautet: Gehen Sie viel an die frische Luft,
denn Sauerstoff ist nun mal das beste Mittel gegen alle (seelischen)
Krankheiten.
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