von Doris Ringhofer
Wie werden die Mitarbeiter bei Entscheidungen einbezogen? Jeder
Chef hat (meistens unbewusst) seinen eigenen Führungsstil.
Abhängig vom Charakter gibt es drei grosse Überbegriffe für
verschiedene Führungs- stile:
- Partizipativ-demokratischer Stil
- Autokratischer Stil
- Laissez-faire-Stil
Partizipativ-demokratischer Stil:
„Reden wir darüber!“
Der Vorgesetzte entscheidet alles gemeinsam mit den Mitarbeitern. Alle bringen
Lösungsvorschläge ein, welche auch alle gleichrangig behandelt werden.
Die beste Lösung soll mittels Diskussion, bei der die Mitarbeiter und
der Vorgesetzte beteiligt sind, gefunden werden.
Autokratischer Stil:
„
Bis morgen möchte ich das alles erledigt haben!“
Bei diesem Stil wird alles „von oben“ angeschafft. Die
Mitarbeiter haben alles den Anordnungen gemäss auszuführen.
Es gibt kein Mitsprache- recht und keine Diskussionen.
Laissez-faire-Stil:
„ Machen Sie es, wie Sie wollen! Sie machen das schon!“
Alle Mitarbeiter haben weitreichende Freiheit. Der Vorgesetzte greift
nur ein, wenn er gefragt oder seine Hilfe wirklich benötigt wird.
Als
Vorgesetzter ist es nicht leicht ein gutes Mittelding als Stil zu finden
bei dem alle Mitarbeiter zufrieden sind.
Denn jeder Führungsstil hat kurz- und langfristige Auswirkungen
auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter:
Partizipativ-demokratischer Stil:
Kurzfristig nicht der optimalste Stil für optimalste Zufriedenheit.
Es kann zu langen Diskussionen ohne wirklicher Einigung kommen. Das
bewirkt einen grossen Zeitaufwand um eine Lösung zu finden.
Diese zeitliche Belastung kann zur Unzufriedenheit führen, da
sich die restliche Arbeit nicht von selbst erledigt. Aber langfristig
gesehen führt dieser Führungsstil sicher zur Zufriedenheit,
da vor allem bei wesentlichen Entscheidungen die gemeinsame Lösung
für alle die Beste sein sollte.
Autokratischer Stil:
Für eine kürzere Zeitspanne führt dieser Stil deshalb
zur Zufriedenheit, da die Arbeiten durch die genauen Anweisungen klar
definiert sind. Dadurch werden Fehler eher vermieden. Dieser Stil ist
für langfristig deshalb nicht wirklich geeignet, da die Mitarbeiter
kein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen haben.
Laissez-faire-Stil:
Dieser Führungsstil führt langfristig auch nicht immer zur
absoluten Zufriedenheit. Die Mitarbeiter fühlen sich oft alleine
gelassen da sie bei ihrem Schaffen auf sich gestellt sind. Die Kommunikation
zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern fehlt.
Es liegt vorwiegend am
Vorgesetzten ein Mittelding zwischen Gewinn- und Mitarbeiterorientierung
und den verschiedensten Führungsstilen
zu finden. Nicht immer ist eine strikte Trennung dieser Bereiche möglich.
Beispielsweise wird in bestimmten Teams ein partizipativ-demo- kratischer
Stil nicht gelingen, da sich einige Mitarbeiter vielleicht zu wenig
an der Diskussion beteiligen. In anderen Teams wird genau dieser Führungsstil
aufblühen und kann den Erfolg eines Teams gut und gerne verdoppeln,
ohne dass sonst etwas geändert wird. Aus diesem Grund kann man
hier keine strikte Trennung innerhalb der Führungsstile an sich
machen. Es wird immer nicht nur auf den Chef sondern vor allem auf
die Mitarbeiter ankommen, wie der Führungsstil im Endeffekt dann
aussieht.
Wichtig ist hier auf seine Mitarbeiter einzugehen. Teilen Sie halbjährlich
anonym auszufüllende Fragebögen aus über die Zufriedenheit
der Zusammenarbeit zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern, fragen Sie
direkt ob mehr Mitspracherecht bzw. Diskussionen gewünscht wären
und analysieren Sie diese Fragebögen. Bauen Sie dieses Feedback
in Ihren Führungsstil ein und beobachten Sie ob sich etwas am
Betriebsklima, der Zufriedenheit der Mitarbeiter und auch am Gewinn ändert. Lassen Sie kleine Erfolge auch die Erfolge Ihrer
Mitarbeiter sein und teilen Sie Misserfolge ebenfalls mit Ihren Angestellten,
das wird den Ehrgeiz anfachen und die Freude am Erfolg noch mehr steigern!
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