von Johannes Klein
Das Konzept der Teamfähigkeit ist von einem Paradox geprägt:
Instinktiv glaubt man, dass alle Menschen stets den Wunsch haben würden,
mit anderen zusammenzuarbeiten, um ein besseres Arbeits- ergebnis zu
erzielen. Dies sei ein natürlicher Prozess, und wenn die Menschen
geeignete Mittel an der Hand haben, würden sie auch frei miteinander
kommunizieren und zusammenarbeiten. Die Wirklichkeit sieht allerdings
so aus, dass
die meisten nur das tun, was ihnen aufge- tragen wurde oder aber ihr
Arbeitsleben bequemer macht.
Die Ursache findet man in der einfachen Regel,
dass der durchschnitt- liche Mensch vor jeder Aktion eine innerliche
Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellt.
Ein Unternehmen sollte sich dessen bewusst sein, wenn es kollaborative
Technologien wie Unternehmensportale, gemeinsame genutzte Arbeitsplätze
oder Messaging-Systeme einführt. Wenn die Technologie ihrem Nutzer
nicht hilft oder sich seinen Arbeitsprozessen nicht nahtlos anpasst,
zeitigt sie nicht das gewünschte Ergebnis.
Gewöhnlich gibt es innerhalb eines Unternehmens zu viele Konflikte,
politische Überlegungen und Eigeninteressen, als dass ein Modell,
das auf der selbständigen Annahme kooperativer Lösungen
beruht, dort greifen könnte. Wo immer möglich, sollte die
Teambildung im Rahmen der Geschäftsabläufe zu einem Teil
des Unternehmens gemacht werden, um so eine aktive Teilnahme zu gewährleisten.
Zur Überwindung des eingangs erwähnten Paradoxes müssen
die Mitarbeiter, die Anforder- ungen des Unternehmens und die Technik
in Einklang gebracht werden.
Kooperation ist eine Tätigkeit - und nicht ein Stück Technologie.
Die Kultur eines Unternehmens muss Zusammenarbeit fördern, sie
muss aufzeigen, wo eine Zusammenarbeit dem Unternehmen Nutzen schafft.
Die meisten Unternehmen müssen sich dieser Herausforderung auf
einer fundamentalen Ebene stellen und an Bereiche wie Unternehmens-
struktur, Arbeitsplatzbeschreibungen und Mitarbeitereffektivität
heran- gehen, um ein Umfeld zu schaffen das die Zusammenarbeit aktiv
fördert.
Durch Technologien können verschiedene Formen der Zu- sammenarbeit
gefördert oder erleichtert werden, welche dabei helfen, bestimmte
Probleme des Unternehmens zu lösen. Sie können diese Zusammenarbeit
aber nicht selbst herbeiführen.
Kooperation ist keine Technologie
Zusammenarbeit
und Teambildung sollten einem Unternehmen dabei helfen, eine Reihe
wichtiger Voraussetzungen zu schaffen und dem Wettbewerbsdruck
standzuhalten. Etwa 35 Prozent der Ausgaben eines Unternehmens fallen
für Vertrieb und Verwaltungsaufwendungen an. Unternehmensanwendungen
wie CRM (Customer Relations Manage- ment) sollen dabei helfen, die
komplexen Daten- und Informations- mengen in wichtigen Unternehmensbereichen
zu
verwalten. Jedoch reicht die Tätigkeit der meisten Beschäftigten über
eine saubere Ablage von Informationen hinaus: Daten müssen abgerufen,
verändert, verteilt und insgesamt für andere Zwecke nutzbar
gemacht werden. Sobald dies geschieht, entstehen Kosten im Zusammenhang
mit der Verarbeitung von Informationen.
Mit einer wohldurchdachten Planung
und einem klaren Investitionsziel können Team-Prozesse bereits mit sehr kleinen Projekten oder kleineren Änderungen
in der Infrastruktur umgesetzt werden. So kann beispielsweise eine
Projektgruppe eigene Arbeitsräume erhalten oder es können
IM-Technologien (Instant Messaging) in das E-Mail-System des Unternehmens
integriert werden. Solche Lösungen müssen nicht teuer sein
oder das Unternehmen einem erhöhten Risiko aussetzen. Allgemeiner
Ansicht nach sollten kooperative Lösungen so gewählt werden,
dass sie sich schnell auszahlen. Allerdings muss man sich dabei auch
der Zukunftsstrategien des Unternehmens bewusst sein und neuen und
unerwarteten Vorteilen offen gegenüberstehen, die sich aus einer
erhöhten Produktivität und Effizienz im Umgang mit Informationen
ergeben können.
Der Einsatz kooperativer Lösungen erfordert also einen Rahmen.
Die langfristigen und in vielen Fällen unvorhersehbaren Vorteile
und Einsparungen durch solche Lösungen werden um ein Vielfaches
grösser sein als jene, die sich aus den kurzfristigen Projekten
ergeben, die dazu dienen, das Unternehmen erst einmal auf den richtigen
Weg zu bringen.
So wie unstrukturierte Daten einen grossen Teil des wertvollen
Datenbestands eines Unternehmens ausmachen, ist auch unstrukturierte
Zusammenarbeit oft von grösstem Wert. Strukturierte Zusammenarbeit
wie bei geregelten Arbeitsabläufen erfordert, dass Wissen in Regeln
gefasst wird. Im Sinne von Automatisierung und Steuerung des Informationsflusses
ist dies hervorragend, aber Regeln engen auch ein und lassen keine
Innovationen zu.
Faktoren für den Bedarf an Teamlösungen
Eine
ungeregelte, spontane Zusammenarbeit kann andererseits die individuelle
Produktivität dramatisch erhöhen, indem sie die für
die Informationssuche aufgewandte Zeit verkürzt. Eine solche Zusammen-
arbeit muss jedoch zur richtigen Zeit und am richtigen Ort gefördert
werden und es müssen die richtigen Werkzeuge zum Festhalten der
gewonnenen Ergebnisse eines solchen Austausches bereitstehen.
Es gibt
jenseits des rein Finanziellen noch weitere Faktoren, die den Bedarf
an Teamlösungen vorantreiben. Die Unternehmenswelt
wird mehr und mehr reguliert und das Risiko, sich wegen Nichtbeachtung
von Regeln einem juristischem Verfahren ausgesetzt zu sehen, ist ein
treibender Faktor, schliesslich kann hier sogar die Existenz des
Unter- nehmens bedroht sein. Kluge Unternehmen sollten versuchen, die
Kosten, die durch Regelungen entstehen, durch die Gewinne aufzu- fangen,
die durch eine effektivere Zusammenarbeit innerhalb des Unter- nehmens
entstehen können.
In ähnlicher Weise können kooperative Lösungen bei
der Umsetzung von Veränderungen helfen und dabei, Mitarbeiter
internationaler und globaler Unternehmen miteinander in Kontakt zu
bringen.
Fazit: Zusammenarbeit kann einem Unternehmen helfen, die
riesigen Reserven an Wissenskapital zu erschliessen, die in der kollektiven
Weisheit, der Erfahrung und im Wissen seiner Mitarbeiter liegen.
|

Führungsstil
Der Führungsstil eines Vorgesetzten beeinflusst das Arbeitsklima und die
Entwicklung der Mit- arbeiter ent- scheidend.
> weiter

Konfliktmanagement
Eine Konfrontation muss nicht zwangs- läufig negative Folgen haben, wenn
sich alle Gesprächspartner an gewisse Spielregeln halten.
> weiter

Motivation
Die Motivation als Antrieb der Mitarbeiter für eine optimale Leistung.
> weiter
|