Definition eines Call Center >1
Merkmale und Typen von Call Center >1
Einsatzgebiete >2
Organisation eines Call Center >2
Wofür werden Call Center eingesetzt?
Beispiele für eingehende Telefonate:
Auskunftsdienste: Die Klassiker sind Telefonauskunft und Fahr- planauskunft.
Call Center-Agents beantworten mittels EDV-Datenbank die individuellen Anfragen
der Kunden.
Bestell-, Buchungs- und Auftragsannahme: es werden telefonische
Bestellungen der Kunden entgegengenommen, Auskünfte über Lager-
bestände
sind ebenso beinhaltet wie auch z.B. die Bestellung von Reisen oder Ticketbestellung
für Veranstaltungen. Im Bankressort können telefonische Überweisungs-
und Daueraufträge bearbeitet werden.
Beschwerde- und Reklamationsmanagement: um den Kunden noch mehr
an das Unternehmen zu binden, werden diese Call Center gerne eingesetzt.
Die Anfragen reichen dabei von Fragen der Handhabung eines erworbenen
Produktes über die Qualität bis hin zu unter- nehmerischen
Fragestellungen.
Informationsservice: für allgemeine Informationen gibt es
eine telefonische Kundenberatung, inkludiert sind Datenaufnahme der Kunden
für weiteres Prospektmaterial oder Produktinformationen.
Notfallservice: Der Notfallservice ist rund um die Uhr erreichbar
und nimmt Anforderungen für Rettungstransporte oder technische Hilfe-
leistungen entgegen. Beispiele: Arztnotrufzentralen, Flugrettungsdienst,
Anrufzentralen
der Autofahrerclubs
Schadenbearbeitung: Haftpflicht- und Krankenversicherer bieten
ihren Kunden eine telefonische Sachbearbeitung an. Besonders bei Unfällen
im Ausland stellen diese Call Center eine grosse Hilfe dar.
Supportservice: mittlerweile in der EDV-Branche ein absoluter
Standard. Hier erhält man Hilfestellung bei der Installation von
Hard- und Software oder auch beim Umgang mit dem Internetzugang.
Beispiele für ausgehende Telefonate:
Adressverifikation: mittels telefonischer Recherche wird überprüft,
ob vorhandene Adressen noch aktuell und korrekt sind.
Kündigungsprävention: Kunden, die eine Kündigung
eines Vertrages ausgesprochen haben, werden von besonders geschulten
Mitarbeitern kontaktiert, um die Kündigung abzuwenden. Hierbei liegt
das Haupt- augenmerk auf der Überzeugungsarbeit des Call Centers.
Kundenakquisition: mit einem persönlichen Anruf werden vorhandene
und potentielle Kunden eines Unternehmens angerufen. Hierbei wird die
Produktpalette vorgestellt. Ziel ist es, das Interesse des Kunden zu
wecken und einen Kaufabschluss herbeizuführen.
Markt- und Meinungsforschung: mittels Telefon werden Kunden, Konsumenten
und weitere Zielgruppen über das Image und Meinungs- bild zu Produkten
und Dienstleistungen befragt. Auch Umfragen zu aktuellen Wirtschaftsfakten
und politische Fragen sind möglich.
Terminplanung: mit potentiellen oder bereits gewonnenen Kunden
werden Termine vereinbart, die im Anschluss von einem Aussen- dienstmitarbeiter
wahrgenommen werden. Terminabsagen werden ebenfalls vom Call Center durchgeführt.
Verkauf: Produkte werden im Telefongespräch den Kunden vorgestellt
und zum Verkauf angeboten. Bei Interesse kann auch weiteres Informationsmaterial
zugesandt werden.
Organisation von Call Center
Call Center werden üblicherweise in drei Herachiestufen gegliedert: Agent,
Supervisor und Manager. Die Arbeit am Telefon verrichten die Agents, die zumeist
administrativ in Teams zusammengefasst sind. Deren Vorgesetzter ist der Supervisor,
der auch als Koordinator auftritt. Innerhalb der Teams gibt es in der Regel keine
weitere Unterscheidung.
Alle Teams können gleiche Aufgaben haben, es können aber auch aufgabenbezogene
Unterschiede gegeben sein. Beispielsweise könnte ein Team für die eingehenden
Anrufe zuständig sein, während ein weiteres Team Marketingaufgaben
beim Kunden übernimmt.
Zusätzlich wird bei grossen Call Center mehrstufig gearbeitet. Einfache
Aufgaben wie die Bestellabwicklung, Auskunftserteilung und dergleichen werden
in der ersten Stufe bearbeitet, also im First-Level. Sind weitere, umfangreiche
Nachbearbeitungen nötig, werden diese Aufgaben an die nächste Stufe,
Second-Level, übergeben.
Die Schicht- und Personaleinsatzplanung, die Erstellung von EDV-Auswertungsberichten,
Qualifizierungsplanung liegen in der Regel beim Supervisor, manchmal auch beim
Manager, in grösseren Call Center auch bei speziellen Führungsteams
der mittleren Ebene.
Technisches Konzept von Call Center
Das
technische Herzstück eines Call Centers ist das ACD-System (Automatic Call
Distribution - die automatische Anrufverteilung). Das ACD-System beinhaltet Hard-
und Softwarekomponenten, die Bestand- teil der Telefonanlage sein können,
aber nicht sein müssen. Es nimmt die Anrufe entgegen und verteilt sie nach
vorprogrammierten Regeln. Sind alle vorgesehenen Plätze belegt, werden die
Anrufe in eine vorab definierte Warteschleife eingereiht oder an eine Sprachbox
mit Anrufbeantworterfunktion weitergeleitet.
Das ACD-System kann auch Anrufe an bestimmte Teams oder Teammitglieder weiterleiten.
Dies passiert mittels Vorauswahl über ACIS-Systeme (Automatic Caller Identification
System), die die Rufnummer erkennen oder über sogenannte IVR-Systeme (Interactive
Voice Response), bei dem die AnruferInnen sich durch einen Code identifizieren
und damit ihr bestimmtes Interesse signalisieren. Weiters wäre es möglich,
auf individuelle Problemfelder einzugehen, z.B. bestimmte Fremdsprachenkenntnisse
gewisser Agents, etc.
Die ACD-Anlage verfügt über diverse Statistiken: wieviele Anrufe einlangten,
wieviele Anrufe aus dem Call Center gingen, wie hoch die durchschnittliche Gesprächsdauer
war, wie lange Anrufer auf den Gesprächspartner warten mussten und
vieles mehr.
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